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NEVAKI

Neuro-symbolische Validierungsarchitektur für vertrauenswürdige KI-Systeme

Ein Forschungsprojekt der Nibiru Systems GmbH und der HTW Dresden

Kofinanziert von der Europäischen Union
Freistaat Sachsen

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Das Vorhaben

KI-Ergebnisse, die sich nachweisbar prüfen lassen

Monate Laufzeit
29
Arbeitspakete
5
Meilensteine
9
Anwendungsfelder
4
Projektpartner
2

NEVAKI ist ein Verbundprojekt der Nibiru Systems GmbH und der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTW Dresden). Es wird als InnoTeam im Rahmen des MINT-Fachkräfteprogramms des Freistaates Sachsen aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.

KI-Systeme treffen zunehmend Entscheidungen in sicherheitskritischen und regulierten Bereichen, in denen Fehler erhebliche wirtschaftliche, rechtliche oder gesellschaftliche Folgen haben können. Ihre Zuverlässigkeit wird bislang jedoch vor allem statistisch anhand von Testdaten bewertet. Ob ein System fachliche, rechtliche oder sicherheitsrelevante Anforderungen tatsächlich einhält, lässt sich so kaum nachweisen.

Der EU AI Act macht diese Lücke dringlich: Für Hochrisiko-Anwendungen fordert er nachweisbares Risikomanagement, Validierung und technische Dokumentation. Unternehmen müssen also nicht nur leistungsfähige KI entwickeln, sondern auch belegen, warum und unter welchen Bedingungen sie ihr vertrauen können.

Projektdaten

Förderprogramm
ESF Plus · MINT-Fachkräfteprogramm (InnoTeam)
Projektzeitraum
01.05.2026 – 30.09.2028
Koordinator
Nibiru Systems GmbH
Wissenschaftlicher Partner
HTW Dresden, Professur für Datenbanksysteme
Standort
Dresden, Sachsen

Warum statistische Tests nicht ausreichen

Begrenzte Generalisierbarkeit

Trifft ein Modell auf Fälle am Rand seiner Trainingsdaten, kann es falsch entscheiden, ohne dass Testmetriken das vorhersagen.

Intransparente Entscheidungen

Worauf ein neuronales Netz seine Entscheidung stützt, bleibt meist unklar – und damit auch, ob sie fachliche oder rechtliche Vorgaben einhält.

Kaum formal absicherbar

Formale Verifikation neuronaler Netze gelingt bisher nur für Teilaspekte oder stark vereinfachte Modelle.

Fehlende Systemsicht

Geprüft wird oft das Modell allein, nicht das Zusammenspiel mit Vor- und Nachverarbeitung, Entscheidungslogik und Betrieb.

Unser Ansatz

Neuronal verstehen, symbolisch prüfen

NEVAKI verbindet die Stärke großer Sprachmodelle beim Verstehen natürlicher Sprache mit der Verlässlichkeit formaler Logik. Anforderungen, Regeln und Fachwissen werden explizit modelliert und mit den Ausgaben der KI verknüpft. So wird aus einer rein statistischen Bewertung eine wissens- und anforderungsbasierte Prüfung.

  1. 1.

    Verstehen

    LLM-basierter Semantik-Parser

    Zerlegt Texte schrittweise und überführt Aussagen in formale Strukturen wie Prädikate, Relationen, Regeln und Constraints. Automatische Prüfungen auf Syntax, Konsistenz und Vollständigkeit decken Fehler früh auf.

  2. 2.

    Formalisieren

    Regel- und Constraint-Modell

    Pflichten, Verbote, Bedingungen und Ausnahmen aus Compliance-Vorgaben, medizinischen Leitlinien oder Rechtsnormen werden zu wiederverwendbaren formalen Regelwerken.

  3. 3.

    Prüfen

    Deterministischer Logik-Solver

    Prüft als harte Prüfschicht Konsistenz, Regelkonformität und Erfüllbarkeit. Unsichere oder fehlerhafte Ausgaben des Sprachmodells werden erkannt, verworfen oder neu interpretiert.

  4. 4.

    Erklären

    Erklärkomponente

    Übersetzt Beweise, Regelverletzungen und Konflikte in verständliche Begründungen. So entsteht eine durchgängige Erklärkette von der Eingabe bis zur Entscheidung.

Eine Orchestrierungsschicht koppelt die Komponenten: Das Sprachmodell liefert Interpretationen mit Konfidenzen, die symbolische Prüfung sichert sie ab. Das System vertraut neuronalen Vorhersagen nicht blind, sondern prüft sie systematisch.

Anwendungsfelder

Erprobt an realen Dokumenten

Ein integrierter Demonstrator erprobt die Architektur an Texten und Dokumenten aus vier anspruchsvollen Domänen. Ziel ist der Nachweis, dass sie komplexe Fachinhalte zuverlässig formalisiert, deterministisch prüft und nachvollziehbar erklärt.

Rechtliche Schriftsätze

Argumentationen mit vielen Bezügen auf Normen und Vorschriften, die in sich schlüssig sein müssen.

Patentschriften

Präzise formulierte Ansprüche und Merkmale mit hohen Anforderungen an Vollständigkeit und Konsistenz.

Compliance-Dokumente

Interne und externe Vorgaben voller Pflichten, Verbote, Bedingungen und Ausnahmen.

Medizinische Beschreibungen

Fachtexte, deren Aussagen mit medizinischen Leitlinien und Regeln vereinbar sein müssen.

Arbeitsplan

In fünf aufeinander aufbauenden Arbeitspaketen geht es vom Stand der Technik über Architektur und Prototypen bis zum validierten Demonstrator.

1.

Analyse existierender Ansätze

Analyse existierender Ansätze icon

Systematische Analyse bestehender Ansätze für neuro-symbolische KI und die Validierung vertrauenswürdiger KI – von der Übersetzung natürlicher Sprache in formale Logik bis zu LLM-basierten Prüfverfahren. Grundlage sind Literatur-, Patent- und Technologierecherchen sowie Interviews mit Fachleuten aus Forschung und Industrie.

05/2026 – 06/2026 (2 Monate) · Meilenstein M1 – Übersicht zum Stand von Wissenschaft und Technik inklusive Gap-Analyse

Entwurf des Gesamtkonzepts

Entwurf des Gesamtkonzepts icon

Entwurf der Referenzarchitektur und Spezifikation ihrer Module und Schnittstellen: Semantik-Parser, Regel- und Constraint-Modell, Logik-Solver, Orchestrierung und Erklärkomponente. Erste Module werden prototypisch umgesetzt, eine reproduzierbare Testumgebung entsteht.

07/2026 – 12/2026 (6 Monate) · Meilensteine M2 – Projektwebsite zur Wissenschaftskommunikation; M3 – Technologisches Gesamtkonzept der Validierungsarchitektur

2.
3.

Prototypen und Funktionsnachweis

Prototypen und Funktionsnachweis icon

Die Kernkomponenten werden als lauffähige Prototypen implementiert und gekoppelt. Experimente mit Text- und Tabellendaten aus praxisnahen Anwendungsfällen zeigen, ob natürliche Sprache zuverlässig formalisiert und reproduzierbar geprüft werden kann – auch in Grenz- und Fehlerfällen.

01/2027 – 09/2027 (9 Monate) · Meilensteine M4 – Integrierte Prototypen der Kernkomponenten; M5 – Experimenteller Nachweis der Funktionstüchtigkeit

Validierung in der Praxis

Validierung in der Praxis icon

Ein integrierter Labordemonstrator führt alle Module zusammen und wird an Dokumenten aus Recht, Patentwesen, Compliance und Medizin erprobt – bewertet nach Vollständigkeit der Formalisierung, Regelkonformität und Qualität der Erklärungen.

10/2027 – 06/2028 (9 Monate) · Meilensteine M6 – Integrierter Labordemonstrator in Betrieb; M7 – Technologievalidierung in relevanter Einsatzumgebung

4.
5.

Dokumentation und Verwertung

Dokumentation und Verwertung icon

Die Ergebnisse werden dokumentiert und veröffentlicht. Dazu kommen eine Roadmap für die Weiterentwicklung sowie die Bewertung von Schutzrechten, Verwertung und möglichen Beiträgen zur Standardisierung.

07/2028 – 09/2028 (3 Monate) · Meilensteine M8 – Projektdokumentation und wissenschaftliche Veröffentlichung; M9 – Verwertungs- und Weiterentwicklungskonzept

Arbeitsplan

In fünf aufeinander aufbauenden Arbeitspaketen geht es vom Stand der Technik über Architektur und Prototypen bis zum validierten Demonstrator.

1.

Analyse existierender Ansätze icon

Analyse existierender Ansätze

Systematische Analyse bestehender Ansätze für neuro-symbolische KI und die Validierung vertrauenswürdiger KI – von der Übersetzung natürlicher Sprache in formale Logik bis zu LLM-basierten Prüfverfahren. Grundlage sind Literatur-, Patent- und Technologierecherchen sowie Interviews mit Fachleuten aus Forschung und Industrie.

05/2026 – 06/2026 (2 Monate) · Meilenstein M1 – Übersicht zum Stand von Wissenschaft und Technik inklusive Gap-Analyse

2.

Entwurf des Gesamtkonzepts icon

Entwurf des Gesamtkonzepts

Entwurf der Referenzarchitektur und Spezifikation ihrer Module und Schnittstellen: Semantik-Parser, Regel- und Constraint-Modell, Logik-Solver, Orchestrierung und Erklärkomponente. Erste Module werden prototypisch umgesetzt, eine reproduzierbare Testumgebung entsteht.

07/2026 – 12/2026 (6 Monate) · Meilensteine M2 – Projektwebsite zur Wissenschaftskommunikation; M3 – Technologisches Gesamtkonzept der Validierungsarchitektur

3.

Prototypen und Funktionsnachweis icon

Prototypen und Funktionsnachweis

Die Kernkomponenten werden als lauffähige Prototypen implementiert und gekoppelt. Experimente mit Text- und Tabellendaten aus praxisnahen Anwendungsfällen zeigen, ob natürliche Sprache zuverlässig formalisiert und reproduzierbar geprüft werden kann – auch in Grenz- und Fehlerfällen.

01/2027 – 09/2027 (9 Monate) · Meilensteine M4 – Integrierte Prototypen der Kernkomponenten; M5 – Experimenteller Nachweis der Funktionstüchtigkeit

4.

Validierung in der Praxis icon

Validierung in der Praxis

Ein integrierter Labordemonstrator führt alle Module zusammen und wird an Dokumenten aus Recht, Patentwesen, Compliance und Medizin erprobt – bewertet nach Vollständigkeit der Formalisierung, Regelkonformität und Qualität der Erklärungen.

10/2027 – 06/2028 (9 Monate) · Meilensteine M6 – Integrierter Labordemonstrator in Betrieb; M7 – Technologievalidierung in relevanter Einsatzumgebung

5.

Dokumentation und Verwertung icon

Dokumentation und Verwertung

Die Ergebnisse werden dokumentiert und veröffentlicht. Dazu kommen eine Roadmap für die Weiterentwicklung sowie die Bewertung von Schutzrechten, Verwertung und möglichen Beiträgen zur Standardisierung.

07/2028 – 09/2028 (3 Monate) · Meilensteine M8 – Projektdokumentation und wissenschaftliche Veröffentlichung; M9 – Verwertungs- und Weiterentwicklungskonzept

Ergebnisse

Was am Ende stehen soll

  1. 1. Eine Referenzarchitektur, die neuronale und symbolische Komponenten koppelt
  2. 2. Prototypen für einen LLM-basierten Semantik-Parser, formale Regel- und Constraint-Modelle, einen deterministischen Logik-Solver und die erklärbare Rückübersetzung der Prüfergebnisse
  3. 3. Ein integrierter Demonstrator, erprobt an Dokumenten aus vier Anwendungsfeldern
  4. 4. Wissenschaftliche Veröffentlichungen sowie ein Konzept, die Ergebnisse in Produkte und Dienstleistungen für vertrauenswürdige KI, KI-Governance und Compliance zu überführen

Aktuelles

Oktober 2026

Projektwebsite online

Auf dieser Seite berichten wir ab sofort über den Fortschritt von NEVAKI: über Zwischenergebnisse, Veranstaltungen und Veröffentlichungen.

Vorträge, Workshops und Veröffentlichungen aus dem Projekt ergänzen wir hier laufend.

Warum NEVAKI wichtig ist

Ob KI dort eingesetzt werden kann, wo es auf Verlässlichkeit ankommt, hängt davon ab, ob sich ihr Verhalten nachweisbar prüfen lässt.

Nachweisbare Regelkonformität

Der EU AI Act verlangt für Hochrisiko-Anwendungen eine nachweisbare Validierung. NEVAKI schafft die technische Grundlage, um Regelkonformität prüfbar und dokumentierbar zu machen.

Vertrauen und Akzeptanz

Nachvollziehbare, regelkonforme KI senkt Haftungs- und Investitionsrisiken und verkürzt Entwicklungs- und Freigabeprozesse – gerade für kleine und mittlere Unternehmen.

Fachkräfte und Qualifizierung

Im InnoTeam entstehen Kompetenzen an der Schnittstelle von KI, Wissensrepräsentation, Softwareentwicklung und Systemabsicherung – und qualifizierte Arbeitsplätze in Sachsen.

KI-Standort Sachsen

NEVAKI stärkt Dresden als Kompetenzregion für vertrauenswürdige KI, eingebettet in ein Umfeld aus Silicon Saxony, Smart Systems Hub und technologieorientierten Unternehmen.

Die Partner

Ein InnoTeam aus Wirtschaft und Wissenschaft

Im InnoTeam arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Nibiru Systems GmbH und der HTW Dresden gemeinsam an dem Vorhaben. Industrielle Entwicklungserfahrung trifft auf wissenschaftliche Methodenkompetenz – und stärkt den Wissenstransfer zwischen Hochschule und Wirtschaft.

Nibiru Systems GmbH

Koordinator

Das 2022 gegründete Dresdner Unternehmen entwickelt datengetriebene Lösungen und KI-Anwendungen – von der Datenanalyse über KI-Strategien und Prototypen bis zur Integration in bestehende IT-Landschaften. Nibiru koordiniert NEVAKI, verantwortet die praxisnahe Ausgestaltung der Architektur, die Entwicklungs- und Demonstrationsumgebungen sowie die Verwertung der Ergebnisse.

nibiru-systems.de

HTW Dresden

Wissenschaftlicher Partner · Professur für Datenbanksysteme, Prof. Dr.-Ing. Maik Thiele

Die Professur forscht zu datengetriebenen, KI-basierten Analyse- und Validierungssystemen, unter anderem zu Unsicherheitsmessung in Sprachmodellen und ethischer KI. Die HTW Dresden verantwortet die wissenschaftlich-methodische Fundierung, Experimente und Evaluationsstudien und bringt die Ergebnisse in Lehre und Abschlussarbeiten ein.

htw-dresden.de
Kontakt

Sie interessieren sich für NEVAKI, möchten an einem Workshop teilnehmen oder eigene Anwendungsfälle als Praxispartner einbringen?

Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.

Förderung

Kofinanziert von der Europäischen Union und dem Freistaat Sachsen

NEVAKI wird als InnoTeam im Rahmen des MINT-Fachkräfteprogramms des Freistaates Sachsen von der Europäischen Union aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) kofinanziert. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Der Europäische Sozialfonds Plus ist das wichtigste Instrument der Europäischen Union, um in Menschen zu investieren – in Beschäftigung, Bildung und Qualifizierung.

Kofinanziert von der Europäischen Union
Freistaat Sachsen

Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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